Straßentheateraktion für die Aufnahme von Flüchtlingen

„JA ZUM FLÜCHTLINGSSCHUTZ"

Staßentheateraktion am Alexanderplatz in Berlin zum Tag des Flüchtlings 2008

Berlin Alexanderplatz. Drei Menschen sitzen in einem Schlauchboot und schreien um Hilfe. Vor ihnen ein Absperrband, patroulliert von zwei Wächtern mit Mützen der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex.
Dahinter beschäftigen sich Menschen im Anzug an einem Tisch zwischen Deutschlandfahne und Sektgläsern mit einem Würfelspiel. Etwas abseits langweilt sich eine Gruppe vor einem Fernseher mit der Aufschrift: Wir sind doch nicht blöd!

Von der Ferne ertönen Sprechchöre. Eine Gruppe DemonstrantInnen in rotem Overall nähert sich der Szene. Sie halten eine Rede zum Flüchtlingsschutz. Mitglieder von Amnesty International gehen durch das Publikum und sammeln Unterschriften.
Für jede Unterschrift gibt es einen Rettungsring, der den Flüchtlingen im Boot zugeworfen werden kann. Ein Zuschauer tritt sogar nach vorne, nimmt eine Schere und durchschneidet die Grenz-Absperrung: Jetzt könnten die Flüchtlinge ins sichere Deutschland! Doch die Frontex-Wächter greifen ein - sie machen die Grenze wieder dicht.

Es ist der 3. Oktober 2008, nationaler Tag des Flüchtlings und Auftakt einer bundesweiten Aktion für die Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge.
Amnesty International sammelt Unterschriften für ihre Forderung an die Innenministerkonferenz (IMK), die Einrichtung eines Resettlement-Programms in Deutschland zu unterstützen. Vor der Innenministerkonferenz am 20./21. November sollen die Unterschriften dem Vorsitzenden der IMK, dem brandenburgischen Innenminister Jörg Schönbohm, übergeben werden.


Die Straßentheateraktion entwickelte der Theaterpädagoge Philipp Harpain (Grips-Theater, Hier Geblieben!) für die Berliner Asylgruppe von Amnesty International. In Workshops setzten sich die Aktionsteilnehmerinnen vorab mit dem Thema auseinander. Die Gruppe setzte sich zusammen aus Mitgliedern verschiedener Gruppen von Amnesty International, einer Person vom Arbeitskreis Asyl der katholischen Studentengemeinde und zwei Schauspielerinnen des Grips-Theaters.
Der Flüchtlingsrat Berlin beteiligte sich mit der Kampagne "Save Me! Eine Stadt sagt Ja!". Am gemeinsamen Infostand wurden Botschafterinnen für die großzügige Aufnahme von Flüchtlingen eingetragen.

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